Man hat mir zwar schon oft versichert, dass es sich um ganz normale Tiere handele, aber mir kommen sie dennoch ziemlich 'außerirdisch' vor - die Flamingos.
Nicht nur das recht auffällige Aussehen, mit dieser schreienden Farbgebung zwischen kitschrosa und obszönpink, nicht nur der verkehrt montierte Schnabel und die nach hinten einknickenden Kniegelenke, nicht nur die kleinen, kalten und unheimlichen Augen, sondern vor allem das seltsame Verhalten dieser Stelzvögel, wenn sie in großen Kolonien oft ohne erkennbaren Anlass zwischen absoluter Apathie (unbeweglich auf einem Bein stehend) und kollektiver Hysterie (laut kreischend und mit den Flügeln schlagend) in kurzen Abständen periodisch hin und her wechseln, stundenlang; was jedem geschäftstüchtigen Tierpsychiater eigentlich die Eurozeichen in die Augen treiben müsste.
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Italien,
Sardinien:
Flamingos
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Flamingos sind eines der Wahrzeichen von
Sardinien, und bei einem Sonnenuntergang in
Cagliari ihr rosa Flugbild am rosa Abendhimmel über der Stadt zu sehen ist schon beeindruckend, zumal Flamingos eine durchaus stattliche Flügelspannweite haben.
Allerdings sind diese guten Schwimmer und Flieger in freier Wildbahn wesentlich scheuer als in heimischen Zoos, und meist kann man sie nur aus der Ferne betrachten, wenn sie in mitunter riesigen Kolonien durch Brackwasser-Seen (die sardinischen 'stagni') waten und nach Futter suchen. Verkehrtschnäbel nennt man sie, weil sie ihren Schnabel bei der Futtersuche so halten, dass er verkehrt herum im Wasser liegt. Die in ihn einströmende Flüssigkeit wird wieder durch feine Lamellen herausgepresst, und die Nahrung (kleine Insekten, Weich- und Schalentiere, Fische und Wasserpflanzen) bleibt im Schnabel zurück.
Obwohl es auch im Italienischen das Wort 'fiammingo' gibt, ist die Bezeichnung 'fenicottero' (im Plural 'fenicotteri') viel gebräuchlicher. Übersetzt heißt dieses Wort mit griechischen Ursprüngen soviel wie 'Phoenixflügel'. Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Flamingo ist 'phoenicopterus ruber'.